Für Kinder und auch Erwachsene
Gefällt mir das überhaupt? Tja, diese Frage können wir Ihnen natürlich nicht so ohne weiteres beantworten. Das müssen Sie schon selbst, am besten in einer Trainingsstunde herausfinden. Obwohl das Training am Anfang, zwischendurch, oder am Ende einer Trainingseinheit aufgelockert wird, bekommen Sie die gleichen Techniken gelernt, die auch den Fortgeschrittenen vermittelt werden. Es gibt keine Abänderungen oder Erleichterungen, erst wenn die Kampfkunsttechnik richtig sitzt, werden Sie zu Prüfungen zugelassen. Dies dauert manchmal etwas länger als bei anderen. Das macht aber nichts, jeder bekommt die Zeit, die er zum Erlernen braucht. Keiner wird bei uns unter Druck gesetzt oder gar ausgeschlossen. Da Kampfkunst kein Mannschaftssport ist, haben Sie vielfältige Möglichkeiten Ihren jeweiligen Leistungsstand zu verbessern, indem Sie entweder direkt von einem Trainer angeleitet werden oder Partnerübungen durchführen. Bei letzterem werden Ihnen Fairness und Vorsicht vermittelt. Sie werden im Training lernen, aufmerksam zu sein. Mit der Zeit verbessert sich dann auch Ihre Kondition. Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer werden Sie befähigen auch komplizierte Bewegungsabläufe zu erlernen, um die Herausforderungen zu meistern. Der hierbei gewonnene Erfolg macht selbstsicherer, so dass es möglich ist, drohende Konfrontationen durch beherrschtes Auftreten abzuwenden, um körperliche Auseinandersetzungen, wie z. B. Prügeleien, zu vermeiden.

Kann ich mir wehtun? Im Vergleich zu vielen anderen Sportarten, (Fußball, Handball, Skateboarden usw.), ist die Gefahr eher gering und es kommt nur in den seltensten Fällen zu ernsteren Verletzungen. Vielleicht hier und dort mal ein Kratzer oder ein blauer Fleck am Arm, den man sich während einer Partnerübung zuzieht - ja, das kann schon passieren, aber mehr in der Regel wirklich nicht. Das liegt vor allem daran, dass Sie bei uns sehr langsam und vorsichtig an die Partnerübungen herangeführt werden, immer nach dem Motto "weniger ist mehr", dadurch lernen Sie sowohl rücksichtsvoll aber dennoch effektiv zu trainieren. Wir stellen bei Bedarf auch kostenlos Schutzausrüstungen zur Verfügung.

Wie alt sollte ich sein? Das Alter ist eigentlich egal. Es gibt natürlich Ausnahmen, nach oben und unten sind keine Grenzen gesetzt. Wir klären das endgültig in einem persönlichen Gespräch. Da Kampfkunst eine lebensbegleitende Sportart ist, haben Sie noch genügend Zeit, sich mit diesem Sport zu beschäftigen. Neben der benötigten Koordinationsfähigkeit braucht der Kampfkünstler vor allem eins: GEDULD und AUSDAUER. Kampfkunst wird nicht mal ebenso -hoppla hopp- erlernt, um Freunde und Bekannte zu beeindrucken, sondern ein Leben lang trainiert. Nach ungefähr ab dem 6 Monaten ist die Koordinationsfähigkeit dann soweit ausgeprägt, dass die Techniken sowohl psychisch als auch physisch begriffen werden können. Dabei achten die Trainer jeweils auf den Stand der einzelnen Person, insbesondere auf körperliche Begebenheiten. Kleine Pausen und andere Übungen lockern die Atmosphäre zusätzlich auf und sorgen so für Erholung und neuen Schwung.

Und wie ist das dann bei Euch so in den Turnhallen, wenn ich dazugehöre? Der ganze Übungs- und Trainingsbetrieb richtet sich nach den Regeln des Deutschen Karate Verbandes bzw. unserer Vereinigungen, seien es Verhaltensbestimmungen, (Regeln des Übungsbetriebes), Prüfungsbestimmungen oder Wettkampfbestimmungen. Darüber hinaus wird auch außerhalb des Dojo, (Übungsraum), die Einhaltung einer fairen und sportlichen Grundhaltung erwartet. Die Einhaltung der Regeln ist erforderlich, um den Übungs- und Wettkampfbetrieb möglichst sicher und effizient zu gestalten.

Bescheidenheit: Wird bei uns natürlich angestrebt und dient dem miteinander. Aus Sicherheitsgründen und auch aus hygienischen Gründen haben nach strikter Vorschrift nur Personen Zutritt, die Zehen- und Fingernägel kürzest möglich und ohne Ecken/Kanten geschnitten haben, (Augenverletzungen)! Nicht geschnittene und/oder schmutzige Nägel sind absoluter Hinausweisungsgrund. Aus hygienischen Gründen ist auch saubere Kleidung, (Unterwäsche, Gi) und gewaschener Körper, (Kopf, Hände, Füße), Voraussetzung. Sollten Krankheiten bestehen, so ist geeigneter Schutz Voraussetzung, um üben zu dürfen, (z. B. Mattenschuhe bei Fußpilz).

Ehrlichkeit: Ist wie überall auch bei uns Voraussetzung. Die Hosenbeine und Jackenärmel enden am Fuß- bzw. Handgelenk, um Verletzungen zu vermeiden. Jeglicher Schmuck, (Ketten, Ringe, Piercings, etc.), sind zur Vermeidung von Verletzungen anderer und auch des Trägers, noch in der Garderobe abzulegen. Brillen sind abzulegen. In manchen Gebäuden, (Schulturnhallen), ist das Betreten nur dann erlaubt, wenn ein verantwortlicher Erwachsener, des Vereins, die Aufsicht führt. Die Aufsichtspflicht für den Trainer beginnt ab der persönlichen Übergabe der Kinder durch Erziehungsberechtigte an den Trainer, (Turnhallen, in denen Nicht übenden keinen Zutritt haben), bzw. Übernahme der umgezogenen Kinder in der Garderobe durch den Trainer, (Turnhallen, in denen Nicht übende Zutritt zu den Garderoben haben). Die Aufsichtspflicht des Trainers endet mit dem Entlassen der Kinder nach der Verabschiedung aus dem Übungsraum, in die Garderobe.
Ernsthaftigkeit: Seien Sie bei allen Übungen und im Wettkampf, konzentriert und voll bei der Sache. Entwickeln Sie eine positive Trainingseinstellung und üben Sie fleißig. Die Erziehungsberechtigten haben vorher für die Übergabe und gegebenenfalls nachher für die Abholung ihrer Kinder zu sorgen. Der Trainer entlässt die Kinder zum angekündigten Zeitpunkt aus seiner Aufsichtspflicht, ohne auf die Erziehungsberechtigten zu warten. Sollte der Fall eintreten, dass sich der Trainer verspätet oder am Kommen gehindert ist, ist die Regelung betreffend Aufsichtspflicht analog anzuwenden. Ohne persönliche Übergabe an den Trainer bleibt die Aufsichtspflicht bei den Erziehungsberechtigten. Die Hausordnung des Gebäudes, in dem sich der Übungsraum befindet, ist einzuhalten. Es wird empfohlen, die Nahrungsaufnahme mindestens zwei Stunden oder länger vor dem Training bzw. dem Lehrgang sicherzustellen und die Ernährung nach den Erkenntnissen der Sportwissenschaft einzurichten. Der Trainer kann hierzu nähere Informationen geben.
Hilfsbereitschaft: Helfen Sie Ihrem Partner, die Techniken korrekt zu erlernen. Seien Sie ein guter Sempai. Unterstützen Sie als Höher-Graduierter oder Trainings-Älterer die Anfänger. Helfen Sie den Neuen, sich in der Gruppe zurecht zu finden. Zur Ausübung des Trainings ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich und dem Trainer die Bestätigung hierüber zu zeigen, (Kopie oder Stempel im Karateausweis). Regelmäßige Teilnahme und Mitlernen des praktischen und theoretischen Stoffs ist erforderlich, um Sicherheit, z. B. hinsichtlich Verstehen der Kommandos, und Effizienz zu erreichen. Muss ein Teilnehmer wiederholt aus dem Übungsraum hinausgewiesen werden, kann der zeitweise oder dauernde Ausschluss vom Verein ausgesprochen werden. Im Falle von Minderjährigen sind die Erziehungsberechtigten verpflichtet, korrektes und sportliches Verhalten, sowie die Einhaltung der Regeln durch die Übungsteilnehmer sicherzustellen. Bei Wettkämpfen bzw. bei Gasttrainings sind zusätzlich die Wettkampfbestimmungen und die lokalen Vorschriften des ausrichtenden Vereins bzw. Verbandes zu beachten. Die gesamten Übungsräumlichkeiten sind sauber zu halten, inkl. WC, als ob es die eigene saubere Wohnung wäre.
Höflichkeit und der Gruß: Behandeln Sie Ihren Trainingspartner und Wettkampfgegner wie Freunde. Zeigen Sie Ihren Respekt gegenüber jedem Karate-Übenden durch eine ordentliche Verneigung. Ein wichtiges Element des Dojokun ist die Begrüßung. Es gibt eine Verbeugung im Stand - "Ritsu-Rei", und eine Verneigung im Sitzen - "Za-Rei". Ritsu-Rei. Dieser Gruß erfolgt schon beim Betreten oder Verlassen des Dojo. Weiterhin erfolgt der Gruß vor und nach Beendigung einer Übung oder nach den Erklärungen des Trainers. Za-Rei. Auf das Kommando des Meisters bzw. Trainers stellen sich alle Karateka in der Turnhalle auf und zwar in der Rangfolge ihrer Gürtelgrade, wobei der höchste Gürtelgrad rechts steht. Es ist darauf zu achten, dass alle in einer Linie stehen. Dabei hat man sich nach rechts nach dem Ranghöchsten auszurichten. Nach dem Kommando "Seiza" oder "Tai-Za" setzen sich alle Karateka auf die Fersen, wobei sie zuerst mit dem linken, dann mit dem rechten Knie zum Boden gehen. Danach erfolgt das Kommando "Mokuso". Die Teilnehmer legen ihre Hände wie in der Zaren - Meditation (rechte Hand liegt in der linken Hand, die Daumen berühren sich leicht) in den Schoß und sitzen aufrecht, still und lassen ihre Gedanken fließen. Nach einiger Zeit erfolgt das Kommando "Mokuso Yame" vom höchsten Schülergrad. Der ranghöchste Schüler gibt nun das Kommando "Sensei-Ni-Rei" und alle Übenden verbeugen sich vor dem Meister. Falls der Trainer kein Danträger ist, dann sagt der ranghöchste Schüler nur „Rei“. Nun spricht der Meister das Kommando "Sempai-Ni-Rei" und alle Übenden und der Meister verbeugen sich zueinander. Nach erfolgter Begrüßungs-Etikette steht zuerst der Meister auf, dann folgen nach den Graduierungen alle Übenden. Man steht zuerst mit dem rechten Bein auf, dann mit dem Linken. Ein Übungsraum (Dojo) allgemein und auch die Matte wird mit "Re" (Gruß im Stehen durch verbeugen) betreten und verlassen. Gi (Übungsgewand) und Obi (Gürtel) sind ordnungsgemäß gerichtet. Das Dojo darf nur betreten werden, wenn ein verantwortlicher Trainer, (volljährig), die Aufsicht führt, ansonsten ist in der Garderobe zu warten. Die Begrüßung und Verabschiedung erfolgt formell mit Gruß im Stehen und Sitzen. Die Aufstellung erfolgt nach Gürtelgraden, dann nach Größe, dann nach der Dauer der Vereinszugehörigkeit. Die Aufstellung erfolgt so, dass der Höchstgraduierte sich als Erster stellt und sich alle, einer nach dem anderen, daneben mit ausreichendem Seitenabstand ausrichten. In der "Seiza-Position" wird "sazen" geübt, dh. Sitzen auf den Unterschenkeln, aufrecht und mit Zwerchfellatmung, Hände auf den Oberschenkeln und mit Konzentration auf die kommende bzw. vergangene Übungsstunde, zwecks Freiwerden der Gedanken von Belastendem. Während des Grußes herrscht absolute Konzentration und Stille, auch außerhalb des Dojo (Übungsraum), z.B. in der Garderobe.

Mut: Nehmen Sie im Randori und Wettkampf Ihr  Herz in die Hand. Geben Sie sich niemals auf - auch nicht bei einer drohenden Niederlage oder bei einem scheinbar übermächtigen Gegner. Kommt jemand zu spät, grüßt er still bei Eintreten mit "re" und wartet neben der Eingangstüre, bis ihn der Trainer, (Sensei), links neben dem Niedrigstgraduierten Platz nehmen lässt, oder ihm den nach Graduierung zustehenden Platz einnehmen lässt. Er stört jedenfalls die Begrüßung oder das Training nicht. In manchen Vereinen ist es üblich, dass zur Begrüßung in Position "seiza" der Höchstgraduierte in der Reihe statt "sazen" das Wort "mokuzu" ruft, damit beginnt die Meditationsphase, die mit "mokuzu jamé" beendet wird. Danach wird mit "shomen-ni-rei" die Stirnseite des Dojo gegrüßt, wo der Platz des Stilgründers ist, danach wird mit "sensei-ni-rei" der anwesende Meister bzw. Trainer gegrüßt. Ausreichendes Aufwärmen im Dojo vor dem Training und in der Regel Abwärmen nach dem Training wird als Stand der Trainingslehre vorausgesetzt. Während des Trainings wird der Übungsraum nur nach Rückfrage beim Trainer verlassen, beim Verlassen und beim Wiedereintreten mit Verbeugung, aufs WC gehen, Trinken etc ist, außer in Ausnahmefällen, nur entweder vor oder nach dem Training möglich.

 

Respekt: Begegne Sie Ihrem Sensei und den Trainings-Älteren zuvorkommend. Erkennen Sie die Leistungen derjenigen an, die schon vor Ihrer Zeit Karate betrieben haben. Die Erziehungsberechtigten nehmen bitte zur Kenntnis, dass es für den Trainer nicht möglich ist, Kinder aufs WC zu begleiten, deshalb stimmen die Eltern zu, dass die Aufsichtspflicht auf das Genehmigen des Austretens und die Entgegennahme der Retourmeldung beschränkt ist. Kinder, die nicht alleine aufs WC gehen können, sind von den Erziehungsberechtigten oder einen Mitschüler zu begleiten. Anstellen in der Reihe erfolgt mit ausreichendem Abstand zum Nächsten, geräuschlos und mit Konzentration auf die folgende Übung. Will man einem anderen etwas mitteilen, tut man dies flüsternd, durch Gesten oder man geht nach Abmelden beim Trainer hinaus. Effizientes Training heißt, dass guter Übungsfortschritt gegeben ist und außerdem der Geräuschpegel minimal bleibt, so dass die Erklärungen der Übungen und die Kommandos gut hörbar und verständlich bleiben. Im Dojo gibt es keine Gegner, sondern nur Übungspartner, mit denen trainiert wird. Es wird nicht gegeneinander trainiert, sondern miteinander. Abklopfen oder ein anderes entsprechendes Signal eines Übenden bedeutet für den Übungspartner, sofort aufzuhören bzw. nachzulassen. Beim Wettkampf trifft man auf Wettkampfgegner, die aber jedenfalls nach den Wettkampfregeln fair zu behandeln sind. Die Wettkampfregeln sind über Internet beim Verband abrufbar oder über den Trainer zu erfragen.


Selbstbeherrschung: Achten Sie auf Pünktlichkeit und Disziplin bei Training und Wettkampf. Verlieren Sie im Dojo nie die Beherrschung - auch nicht in Situationen, die Sie als unfair empfinden. Vor und nach der Übung mit einem bestimmten Übungspartner ist die Verbeugung als Versicherung des Respekts und dem Willen, den Regeln entsprechend zu üben, vorgeschrieben. Während des gesamten Trainings ist die Konzentration auf die Übungen und die Übungspartner absolut erforderlich, vor allem um das Verletzungsrisiko zu minimieren und das Training effizient gestalten zu können. Andere Techniken oder Übungen als die gerade vom Trainer angesagten sind nicht erlaubt. Fühlt sich jemand nicht fit, und treten zum Beispiel Kopfweh, Schwindel, Übelkeit etc. auf, ist der Trainer darüber zu informieren, der die zeitweise Unterbrechung des Trainings oder den Abbruch für denjenigen anordnet. Es darf nicht geübt werden, wenn sich jemand nicht gut fühlt. Beim Ansprechen des Trainers ist darauf zu achten, dass man nicht in die Aufsicht von Übenden oder Erklärungen hineinplatzt.